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Schlaflose Nächte?
Die in der Kulturgeschichte weit verbreitete Vorstellung vom Schlaf als „Bruder“ des Todes ist physiologisch vollkommen falsch. Im Schlaf ist das Gehirn wahrscheinlich sogar aktiver als im Wachzustand.
Schlafen für den Verstand
Schlafen ist für die Gedächtnisleistung und das Lernen notwendig. Dabei ist die erste Nachthälfte mit ihrem hohen Tiefschlafanteil wesentlich, optimal ist das Durchschlafen mit allen Schlafzyklen.
Schlafen für das Immunsystem
Ausreichend Schlaf fördert die Infektabwehr. Für die Nacht nach einer Impfung sollte empfohlen werden, gut zu schlafen, da eine bessere Immunität zu erwarten ist als bei Schlafmangel.
Schlafdauer
Die physiologische Schlafdauer ist stark altersabhängig.
Durchschnittliche physiologische Schlafdauer pro Tag in Abhängigkeit vom Lebensalter:
Neugeborene | 16 Stunden |
2-3 Jahre | 12 Stunden |
10-14 Jahre | 10 Stunden |
14-18 Jahre | 8 ½ Stunden |
Erwachsene bis 70 Jahre | 6-9 Stunden |
über 70 Jahre | 5 ½-6 Stunde |
Viele ältere Menschen erwarten 9 Stunden Schlaf und gehen zu früh ins Bett, zumal sie oft auch Mittagsschlaf halten.
Physiologischer Schlafablauf
Der physiologische Schlafablauf ist wie die Schlafdauer abhängig vom Lebensalter. Allen Altersstufen gemeinsam ist, dass sich der natürliche Nachtschlaf in mehreren Phasen mit jeweils zunehmender und wieder abnehmender Schlaftiefe vollzieht. Dabei nimmt mit dem Alter die Menge an Tiefschlaf erheblich ab. Die Schlaftiefe ändert sich periodisch.
Man unterscheidet 5 Stadien:
Die physische Erholung erfolgt im Tiefschlaf, der psychischen Erholung dient vorwiegend der REM-Schlaf.
Der normale Nachtschlaf des Erwachsenen (7-9 Stunden) lässt sich in 5-6 Schlafphasen von je 70-90 Minuten Dauer unterteilen. Jede dieser Phasen beginnt mit Leichtschlaf, geht dann in Tiefschlaf und schließlich in REM-Schlaf über. Die Dauer der Tiefschlafphase verringert sich dabei gegen Morgen stetig.
Schlafstörungen
Eine Schlafstörung liegt vor, wenn der Schlaf über mindestens vier Wochen in mindestens drei Nächten pro Woche nicht erholsam ist und man darunter leidet.
Man unterscheidet verschiedene Typen von Schlafstörungen:
Der kurzfristige Sauerstoffmangel löst eine Weckreaktion aus, der Betroffene fällt in ein weniger tiefes Schlafstadium zurück und beginnt wieder zu atmen, dies wiederholt sich typischerweise 10-15mal pro Stunde.
Aufgrund mangelnden Tiefschlafes sind die Betroffenen am Tag unausgeruht, weniger leistungsfähig und haben morgens Kopfschmerzen. Dies tritt meist in Zusammenhang mit Fettleibigkeit auf, oft verbunden mit Fettstoffwechselstörungen, Herzinsuffizienz, Diabetes Typ 2 oder hohem Blutdruck.
Ursachen:
Regeln bei Schlafstörungen:
Schlafstörungen bei Kindern?
Der Tag sollte am Abend langsam ausklingen, d.h. kein wildes Herumtoben oder aufregendes Fernsehen mehr. Schlafengehen soll mit etwas Schönem kombiniert werden: Vorlesen, Geschichtenerzählen, Schlaflieder singen oder Gute-Nacht-Gebet sollte zum Ritual werden. Ihr Kind wird die Zeit uneingeschränkter Aufmerksamkeit genießen und sich darauf freuen. Niemals sollte man dem Kind drohen, ins Bett gehen zu müssen. Hiermit wird Schlafen als Strafe empfunden.
Pflanzliche Schlafhilfen:
Entspannungsbäder, Tees oder Dragees mit Badrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume
Baldrianextrakt mindestens 300 mg, die Wirkung entwickelt sich langsam etwa über 4 Wochen.
Schlaftee: Hopfenzapfen 40 g, Melissenblätter 30 g, Lavendelblüten 20 g,
Anis 5 g, Bitterer Fenchel 5 g
Antihistaminika:
Werden vorwiegend zur Behandlung allergischer Reaktionen eingesetzt, ihre sedierende Nebenwirkung nutzt man zur kurzfristigen Behandlung leichter Schlafstörungen.
Diphenhydramin: Wirkdauer 4-6 Stunden, Behandlung von Einschlafstörungen
Doxylamin: Wirkdauer ca. 9 Stunden, Behandlung von Durchschlafstörungen
Die Einnahme dieser Wirkstoffe kann nicht immer empfohlen werden. Wir beraten Sie gerne!
Werden Ihre Schlafstörungen nicht besser, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden.